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  • marianneweibel

Neugier. Eine nicht immer willkommene, aber erfolgversprechende Eigenschaft.



Neugier ist die Inspirationsquelle für neue Ideen. Sie hilft uns, neue Produkte zu entwickeln, Kunden stärker an Marken zu binden und neues Wissen anzueignen. Obschon sie angeboren ist, werden neugierige Menschen oft diffamiert.


«W-Fragen» sind nicht salonfähig.

«Mama, was sind das für Blumen? Warum hängen sie in dieser Gasse? Wie wurden sie angebracht?» Als Kind durchlöchern wir die Eltern mit Fragen. Fragen aus Neugier, aus Spass, aber implizit auch, um Wissen anzueignen. Beaufsichtigt darf ein Kind nicht viel. Denn Erwachsene haben Regeln aufgestellt und diese zu unserer Kultur gemacht. «W-Fragen» sind nicht mehr salonfähig und für einige sogar unanständig. Auf «Warum»-Fragen wird oft mit «das geht dich nichts an» oder «das ist nicht dein Job» geantwortet. Unsere Neugier, die ursprünglichste Eigenschaft des Menschen, wurde von der Gesellschaft eliminiert.


Ohne Neugier keine Innovation.

Insbesondere Forscher und Wissenschafter legen ihre Neugier nie ab. Zum Glück. Sonst wüssten wir nicht, dass die Erde rund ist, es gäbe den Computer für die Hosentasche oder die Transportdrohne für sensitive Güter nicht. Erfinderische und kreative Menschen sind neugierig, um Neues zu erforschen. Neugier heisst:

  • sich mit Freude neues Wissen anzueignen

  • Wissenslücken mit abstrakten und komplexen Möglichkeiten zu schliessen, um das Problem zu lösen

  • gegenüber Ideen Anderer offen zu sein, um neue Lösungsansätze zu finden

  • bereit zu sein, Wagnisse einzugehen, damit wir uns Neuem offen zuwenden können


Neugier ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Neugier eröffnet neue Perspektiven. Sie sucht nach Gründen und Hintergründen, warum es etwas noch nicht gibt. So entstanden Innovationen wie beispielsweise iPods, die den Musikmarkt revolutionierten. Das trieb die Digitalisierung der Musik voran und brachte neue Streamingdienste wie Spotify hervor.


Neugier - Ursprung aller Geschichten.

Lebt ein Marken-Erlebnis nicht von Geschichten, die betroffen machen und die Neugier des Empfängers wecken? Jedenfalls beobachte ich dies bei mir, wenn ich auf meine Einkaufsreise gehe. «…mit bester Kamera», «heute billiger», «…nachhaltig» - oft wird mit solchen Kurzbotschaften der Produktvorteil dramatisiert. Wohl in der Annahme, dass ich als Konsumentin zu wenig Zeit habe, meine Neugier zu stillen. Aber binden mich solche Aussagen an eine Marke?


Neugier erhöht das Markenerlebnis.

Eigentlich nicht, denn mich interessieren Marken, die mir Freude bereiten, die mich herausfordern, die mich zum Nachdenken anregen. Denn ich verbinde eine Marke mit einer Geschichte und diese kann ich nur weitererzählen, wenn es nicht um das «Was» geht, sondern um das «Warum». Warum existiert diese Marke? Storytelling weckt die Neugier, bindet die Menschen stärker an eine Marke und generiert Lust, mehr über sie zu fahren. Und somit wird eine Kundenreise zum Kundenerlebnis und die Marke zum Markenerlebnis.


Unternehmen brauchen neugierige Menschen, um erfolgreich zu sein.

Gemäss der Neugier-Studie von Merck sagen 85 Prozent der Probanden, Neugier sei wichtig, um neue Ideen und Lösungen am Arbeitsplatz zu entwickeln. Aber nur 20 Prozent von ihnen sagen, dass sie neugierig seien. Woran liegt das? An unserer Anpassungsfähigkeit, den Arbeitskollegen zu gefallen und die Regeln einzuhalten? Vielleicht sollten wir wieder mutiger werden und mehr «W-Fragen» stellen. Denn sie tragen zum Erfolg eines Unternehmens bei und erweitern unseren geistigen Horizont.

Falls wir «neugierig sein» verlernt haben, dann versetzen wir uns doch in unsere Kindheit zurück oder beobachten Kinder.